Die Sünde, wie Paulus diese in seinem Römerbrief beschreibt

In der Reihe Überdenkungen über das Böse kommt jetzt dieser Text, bevor Ostern. Es ist die erste christliche Anschauung des Bösen. Paulus bringt die Sünde mit Adam und mit dem Gesetz in Verbindung. Der Sieg über die Sünde ist nur möglich für die, die in Christus, in dem Auferstandenen, sind.

Das Wahre und das Falsche bei Aristoteles Metaphysik

Der Begriff des Seienden und des Nichtseienden bestimmt sich nach den Formen der Kategorien; eine weitere Modifikation des Begriffs führt der Unterschied von Potentialität und Aktualität herbei, der an den einzelnen Kategorien oder ihrem Gegenteile auftritt. Die höchste und entscheidendste Bestimmung des Seinsbegriffs aber beruht auf dem Unterschiede des Wahren und des Falschen. Dieser letztere Unterschied gilt von den Gegenständen, je nachdem in ihnen eine Verbindung oder Trennung vollzogen ist. Das Wahre hat der, der das Getrennte als getrennt und das Verbundene als verbunden denkt; das Falsche ergreift, wer eben dieses Verhältnis anders auffaßt als es in Wirklichkeit ist. So entsteht denn die Frage: wann findet sich das vor, was wir wahr oder falsch nennen, wann nicht? Diese Frage gilt es noch zu beantworten.

Aristoteles und das Böse

Für Aristoteles ist das Gute die Aktualität. Die Potentialität trägt in sich verschiedene Abirrungen, und in der Ethik beschreibt er, dass das Gute immer ein Mittelding zwischen zwei Übermaße ist, ein zu viel und ein zu wenig. Hier haben wir das Zitat aus der Metaphysik über die Aktualität.

Die Schöpfung nach Platon

Nach Platon hatten alle menschlichen Geschöpfe von Anfang an dieselben Qualitäten, es gab keinen Unterschied. Weil aber Seele und Leib zusammengefügt worden sind, entstanden Unsicherheit und Chaos, und aller Anfang ist schwierig. Es ist ein großer Lernprozess, das religiöseste aller mit Seele begabten Geschöpfe zu werden. Und in die Hände des Menschen selbst wurde es gelegt, alle geschenkten Möglichkeiten auf die beste Weise zu entwickeln – doch es ist zugleich eine Möglichkeit gegeben, nicht sein Bestes zu geben, und so setzte eine Abwärtsspirale ein. Gibt das ursprünglich beste menschliche Wesen nicht sein Bestes, dann wird es in allen folgenden Inkarnationen immer geringer, und es wird zuerst eine Frau(!), weil es in dieser Inkarnation nicht gegeben hat, was das Beste war.

Der Baum der Erkenntnis – Unsere Wanderung fort vom Garten Eden

Der Makrokosmos findet seine Repräsentation im Menschen als Mikrokosmos. Die kosmischen Gedanken werden in den menschlichen repräsentiert – zwar nicht im Inhalt des Denkens, aber in der lebendigen Aktivität des Denkens – in der Raum und Zeit ineinander verwoben sind, dynamisch, imstande zu Ausbreitung und Zusammenziehung und zu einer sanft wogenden Bewegung…

Das Böse im Alten Testament Genesis 3 Der Fall

Dieses Bild ist die Grundlage für die Idee des Bösen in der westlichen Kultur. Es scheint sehr deutlich zu sein, auch wenn es ein Bild ist, aber wenn wir den Text studieren, findet sich darin ein großes Mysterium. Die Schlange ist das wirklich verführende Wesen in diesem Bild, und es wird nicht deutlich, wer dieses Wesen eigentlich ist. Dass es eine Schlange ist, muss eine tiefe imaginative Bedeutung haben. Diese Schlange hat eine Form von Weisheit, die dem Willen Gottes entgegengesetzt ist, und die Schlange will, dass der Mensch an ihrer Weisheit teilhat und dass sich seine Augen öffnen, damit eine von Gott unabhängige Erkenntnis von Gut und Böse möglich ist. Im Garten Eden hatte der Mensch kein Bewusstsein von Gut und Böse. Nun kommt die Verführung, die Weisheit zu entdecken, die damit zusammenhängt, wodurch sich die physischen Augen öffnen. Dies bedeutet, dass die Augen sich auch für das Prinzip von Gut und Böse in Gottes Schöpfung öffnen. Undeutlich bleibt, wo das Böse seinen Ursprung findet – es ist einfach da.

Der Zusammenschluss in der Unendlichkeit

Was ich Ihnen jetzt als eine Abstraktion vor Augen geführt habe, das liegt in der Zarathustra-Anschauung dem zugrunde, was er mit Zaruana akarana meinte. Wir blicken auf der einen Seite – der Zeit nach – in die Zukunft hinein, auf der andern Seite in die Vergangenheit; aber die Zeit schließt sich zum Kreise, nur liegt dieser Zusammenschluß erst in der Unendlichkeit. Und dieser sich selbst findenden Schlange der Ewigkeit – die dargestellt werden kann durch die Schlange, die sich selbst in ihren Schwanz beißt – ist sowohl die Kraft des Lichtes einverwoben, die uns immer heller und heller leuchtet, wenn wir nach der einen Seite blicken, wie auch die Kraft der Finsternis, die uns nach der andern Seite immer dunkler und dunkler scheint. Und wenn wir selbst mitten drinnen stehen, haben wir selbst Licht und Schatten – Ormuzd und Ahriman – durcheinandergemischt. Alles ist einverwoben dem sich selbst findenden, unendlichen Strome der Zeit: Zaruana akarana.

Das Böse in der Lehre des Zarathustra

So wie der Mensch, der nur das Sinnliche ins Auge faßt, mit seinen physischen Vorgängen sich in den ganzen Weltenprozeß hineingestellt findet und – selbst wenn er materialistisch denkt, aber nur zu fühlen beginnt – eine heilige Scheu haben kann, wenn er zum Beispiel durch die Spektralanalyse erfährt: dieselben Stoffe, die hier auf der Erde sind, existieren auf den fernsten Sternen, – so fühlte sich der Mensch im Sinne des Zarathustrismus mit seinem geistigen Teil in den Geist der ganzen Welt hineinversenkt, fühlte sich aus ihm herausgeboren. Und darin liegt das Bedeutungsvolle einer solchen geistigen Lehre. (GA 60, Zarathustra 19.01.1911)

Die Natur des Gottgleichen und des dämonischen Geistes

Krishna beschreibt hier einen Zustand, der nun einmal da ist, die Trennung zwischen gottgleich und dämonisch. Diese Tatsache ist der Anfangspunkt für eine Entwicklung zu dem Gottgleichen oder für ein Herabsinken in das Dämonische.