Elektromagnetismus

Ich möchte heute mit Aussicht auf den kommenden Herbst, worin wir wiederum unsere Denkkräfte entwickeln können, etwas besprechen mit Bezug auf Meditation. Wenn wir meditieren und auch wenn wir versuchen, zu dem reinen sinnlichkeitsfreien Denken uns zu erheben, dann gibt es einige Hindernisse, die wir da haben, und es ist natürlich das Allererste, was notwendig ist, dass wir diese Hindernisse erkennen. Was oft geschieht, ist, dass der Mensch sich hinsetzt und mit der Meditation anfängt, ohne sich wirklich vorzubereiten darauf, dass man etwas anfängt, das über das alltägliche Leben hinausgehen sollte.

Worin sitzen wir eigentlich im alltäglichen Leben in unserer Zeit? Diese Zeit ist ganz verschieden von der Zeit, in der Rudolf Steiner gelebt hat, und es ist natürlich deshalb bestimmt wichtig, dass wir diese Änderungen auch in uns selbst gewahr werden. Die allergrößte Änderung ist die Entwicklung der digitalen Welt um uns herum. Ich weiß nicht, ob ich es richtig sage.

Der Elektromagnetismus, das ist ein Feld, das um uns herum ist, aber was auch in uns wirksam ist, was auch notwendig in uns wirksam ist. Wir können gar nicht leben ohne diese elektromagnetischen Wirkungen in uns. Aber es ist natürlich deutlich, dass das ein unsichtbares Feld ist, eine Versammlung von Wesenheiten, die wir nicht anschauen können, so wie wir mit dem normalen Bewusstsein, dem alltäglichen Bewusstsein, muss ich sagen, auch nicht die Welt der Engel und höheren Hierarchien anschauen.

Also wir müssen uns eigentlich gestellt fühlen als Mensch zwischen einer höheren geistigen Welt, die unsichtbar ist, und einer niederen untergeistigen Welt, sogar unterphysischen Welt, die auch unsichtbar ist. Und es liegt vor der Hand, dass man sich dort irren kann, dass es nicht so leicht ist, um den Unterschied zu machen. Und darüber wollte ich heute etwas sagen, denn wenn man studiert, wie diese Verhältnisse sind, dann finden wir zum Beispiel die Vorträge von Rudolf Steiner in der Schweiz, St. Gallen, über den elektronischen Doppelgänger.

Das ist eine Wesenheit, die bei der Geburt sich zu uns gesellt und bei der Tod uns wieder loslässt. Und Rudolf Steiner sagt, dadurch kommen eigentlich alle Krankheiten zustande. Wir können nicht ohne, wenn man daran denkt, dass wir für medizinische Untersuchungen auch dieses elektromagnetische Feld registrieren, zum Beispiel in Elektrokardiogramm, ja dann ist es deutlich, dass es zu uns gehört.

Aber nun leben wir in einer Zeit, worin dieses Feld, das in und um uns ist, für, wie soll ich es sagen, Intelligenz benutzt wird, Scheinintelligenz könnte man sagen, denn diese Intelligenz ist nicht auf Wahrheit gelenkt, sondern ist gelenkt auf eine Verwaltung von Daten, so dass es intelligent erscheint. Das befindet sich also, wenn wir uns zwischen diese zwei unsichtbaren Ebenen fühlen, dann befindet sich das also in dem Unternatürlichen. Mit unserem Bewusstsein sind wir nicht einmal im Natürlichen drin, wenn wir mit unseren Geräten arbeiten, sondern wir sinken herunter in das Unternatürliche hinein und weil das in unserer Zeit so stark geworden ist und auch unsere Betätigung so viele Stunden pro Tag oft nimmt, ist es natürlich selbstverständlich, dass wenn wir uns dann hinsetzen zur Meditation, worin wir die gegengesetzte Richtung wählen, nämlich über das Physisch-Sinnliche hinaus in das Geistige hinein, ja, dass wir dann eigentlich fast eine unmögliche Aufgabe vor uns sehen und dass wir etwas, wir müssen eigentlich einen Durchgang finden, um aus dieser Wirrnis von Daten, worin wir eingetaucht worden sind, noch die Welt der reinen willensdurchdrungen Gedanken zu finden.

Wenn man meditiert, dann kennt man die Ablenkung. Das ist natürlich in Rudolf Steiners Zeit auch so gewesen. Unsere Seele hat so seine eigene Beschäftigung und sie ist nicht immer so sehr bereit, um die Verwunderung und die Ehrfurcht so in sich selbst anzufachen, dass die Erhebung zu dem Höheren stärker ist als das Heruntersinken zu dem Niederen.

Da hat die Seele nicht immer Lust dazu. Also das ist eigentlich das Erste, was man tun sollte, wenn man sich für die Meditation hinsetzt, dass man sich bewusst wird, dass man es will und nicht, dass man es nicht will. Und wenn man es nicht will, hört man entweder auf, besser nicht natürlich, oder man überwindet den Nichtwillen und nimmt sich zusammen, um wohl zu wollen.

Denn der Wille ist unendlich wichtig. Wenn man eine Meditation machen will und man will einen Gedanken in den Mittelpunkt des Bewusstseins rücken, dann fragt das Wille. Will man dabei bleiben, dann fragt das noch viel mehr Wille.

Und wenn dann eigentlich die Seele doch nicht will, dann sind die Kräfte, die aus der Unternatur kommen, lustig dabei, voll Arbeitsfreude, um dafür zu sorgen, dass es nicht gelingt. Und dann kann es scheinen, dass es gelingt. Dann bekommt man Einsicht in eine unsichtbare Welt, die aber nicht übersinnlich ist, die jedoch nicht einmal physisch ist, sondern untersinnlich.

Und es ist deutlich, dass da auch erkenntnismäßig eine große Verwirrung herrscht. Denn ich habe zum Beispiel bei Eliphas Levi nachgeschaut, in seinem Buch über das Dogma. Darin beschreibt er die geistige Ebene, aber nennt sie zugleich mit Magnetismus.

Also scheinbar ist für ihn der Unterschied zwischen Magnetismus, der Unternatur ist, und zum Beispiel das Astrallicht, das übernatürlich ist, nicht so deutlich geworden. Es gibt bei ihm viele Beispiele von Zauberei, und es wird dann deutlich, dass das in zwei ganz verschiedenen Welten sich abspielen kann. Also es ist absolut notwendig für uns, um das Erkennen in dem elektrischen Feld und das Erkennen in dem magnetischen Feld zu unterscheiden von dem Erkennen im Astrallicht und dem Erkennen im Ätherischen.

Das kann man natürlich nicht einfach so, denn man ist in dem gewöhnlichen Bewusstsein darin, sitzt eigentlich größtenteils in der Unternatur mit dem Bewusstsein, und man muss schon eine Sehnsucht daraus schöpfen, erkennen zu wollen, wie komme ich in ein Alltagsbewusstsein zurück, das nicht mit dem Gerät zusammenhängt. Es hilft nicht, wenn ich es aufschalte, denn die ganze elektromagnetische Welt ist sowieso um uns herum, wird nur etwas stärker, wenn wir das Gerät einschalten, aber ausschalten hilft eigentlich nicht. Wie komme ich so weit, dass ich das auch wirklich unterscheiden kann, wenn ich die Kraft zum Beispiel des Magnetismus erlebe, wenn ich meditiere, und die Kraft, die meine reine Willenskraft ist, die sich mit dem reinen Denken verbindet.

Ich denke deshalb, und das ist auch meine Erfahrung, dass man das reine Denken mehr braucht als je in der Geschichte, denn nur wenn man in reinen Ideen leben kann für eine Weile, ist man sicher, dass man nicht in dem elektromagnetischen Feld darin ist. Da können Sie natürlich sagen, wieso, wer beweist mir das, du sagst es einfach. Nein, das kann man erleben lernen.

Man kann, wenn man eine geistige Übung macht, erleben lernen, was eigentlich geschieht, wenn man sich erhebt zu den Formen, selbstständigen Formen von reinen Ideen. Man braucht nur einen Absatz aus der Philosophie der Freiheit oder aus anderen Büchern von Rudolf Steiner zu nehmen und zu versuchen, das selbstständig zu denken, also nicht nachzusagen, sondern den Gedanken darin zu erfassen und dann den Gedanken nachzudenken. Wenn man das tut, dann fühlt man, wie eine Leichtigkeit in das Denken eintritt, die zwar willenshaft ist, aber die nicht voll materiell nach unten zieht.

Es ist ein ganz großer Unterschied und man fühlt die Kraft zwischen den Augenbrauen. Dort fühlt man die Kraft und nicht irgendwo anders zuerst. Wenn man nicht reine Gedanken denkt, sondern einfach zu meditieren anfängt mit einem Satz oder einem Bild, was dann geschieht, ist möglicherweise, dass man gar nicht aus dem elektromagnetischen Feld rauskommt und dann bleibt die Willenskraft, die wird dann wohl stark, aber die Reinheit des Inhalts ist nicht stark genug und dann wird man doch nach unten gezogen.

Und dann kann eine gewaltige Kraft in die Seele einziehen, die aber nicht über sich selbst erhebt, sondern die unter sich selbst runterzieht. Aber das muss man erfahren. Ich kann es sagen und es leuchtet vielleicht auch so ein, wenn man Erfahrung mit der Meditation hat, dann kennt man diese Prozesse, aber wenn man Erfahrung mit der Meditation hat und man ist nicht wachsam für diese Prozesse, dann kennt man sie vielleicht auch nicht.

Also diesmal möchte ich die meditierenden Geistesschüler dazu aufrufen, um eine Selbsterkenntnis anzufangen, nämlich, wenn man mit der Meditation anfängt, gut darauf zu achten, dass, was man an Denktätigkeit aufbringt, dass das über das gewöhnliche Seelenleben hinausgehen soll und dann in eine Leichtigkeit hineinkommt, obwohl es willensstark ist, wenn aber die Willensstärke so wirkt, dass man ganz schwer und kräftig wird, dass man zum Beispiel auch das Herz pochen fühlt oder bemerkt, dass man seine Muskeln anspannt, dann hat man den anderen Weg eingeschlagen. Man kann natürlich in, was soll es sein, 20 Minuten nicht alle Details beleuchten, aber ich denke, dass ich schon etwas davon beleuchtet habe. Wir stehen zwischen zwei unsichtbaren Feldern und wir werden nach unten gezogen.

Wir können auch, wenn wir mit dem Handy in der Hand tätig sind, mal versuchen, darauf hinzuschauen, wo unser Bewusstsein eigentlich sitzt. Wo sitzt das eigentlich? Und wenn wir dann mit der Meditation anfangen, können wir vielleicht gewahr werden, dass es auch eine andere Richtung des Bewusstseins gibt. Das wollte ich heute einmal gesagt haben und vielleicht kommen noch Erweiterungen und Differenzierungen dazu in nächster Zukunft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wer ist Mieke Mosmuller?

Mieke Mosmuller ist Ärztin, Schriftstellerin und Philosophin. Sie schreibt über aktuelle Themen, die ihren philosophisch-spirituellen Entwicklungsweg berühren, den sie 1983 begann….

Neueste Artikel

Ich möchte heute mit Aussicht auf den kommenden Herbst, worin wir wiederum unsere Denkkräfte entwickeln können, etwas besprechen mit Bezug auf Meditation. Wenn wir meditieren...
Ja, wir sind wieder einmal zurück, im warmen Sommer haben wir uns doch etwas zurückgezogen, was die Videos betrifft jedenfalls, und jetzt werde ich versuchen,...
Hier ist es immer noch sehr warm, obwohl die Temperatur um 10 Grad gesunken ist. Wir hatten hier in der vergangenen Woche Temperaturen von über...

Mieke Mosmuller folgen

Freunde Mieke Mosmuller
Aktuelles Video

Nächstes Seminar