Hier ist es immer noch sehr warm, obwohl die Temperatur um 10 Grad gesunken ist. Wir hatten hier in der vergangenen Woche Temperaturen von über 40 Grad, was für dieses Gebiet einmalig ist. Und darüber wird natürlich sehr viel gesprochen.
Selbstverständlich wird die Ursache in der Erwärmung der Erde gesehen, und ich will auch überhaupt nicht sagen, dass es sie nicht gibt. Aber es ist doch die Frage, inwieweit die weitere Interpretation dieses Geschehens richtig ist. Ich meine natürlich, dass sie es nicht ist, das ist klar.
Schauen Sie, es wird natürlich immer darauf geschaut, was die Menschen mit ihrem CO₂, mit ihrem Stickstoff tun. Das sind die Übeltäter, dagegen muss etwas unternommen werden. Es nimmt bizarre Formen an, wie man schließlich kontrolliert werden könnte hinsichtlich dessen, was man ausstößt.
Ich habe einmal gesagt: Der größte Ausstoß ist natürlich unsere Atmung. Kommt auch einmal der Zeitpunkt, an dem gesagt wird: Hört besser mit dem Atmen auf, denn das verunreinigt die Erde zu sehr? Nun ja, so kann man sich natürlich über vieles beklagen.
Aber für mich liegt die Sache doch ein wenig anders. Wenn man nun doch einmal schaut, was auf dieser Erde alles geschieht. Und wenn man einmal den Gedanken zulassen würde, dass die Erde ein lebendiges Wesen ist – nicht irgendein Steinklumpen mit Lava und Feuer im Inneren, sondern ein lebendiges Wesen? Wenn man das einmal zuließe, dann hätte man viel mehr Möglichkeit zu verstehen, dass dasjenige, was die Erdenbewohner, die wir sind, tun, für das lebendige Wesen Erde allmählich nicht mehr zu ertragen ist.
Es hat eine enorme Serie von Erdbeben in Venezuela gegeben. Dann kann man natürlich sagen: Nun ja, gut, das tritt von Zeit zu Zeit auf. Aber sollten wir das nicht doch auch von einem spirituellen Standpunkt aus betrachten und uns fragen: Geht es eigentlich wirklich um CO₂ und Stickstoff? Oder geht es vielmehr um das Verhalten der Menschen auf der Erde?
Und wenn man doch sieht, was für – nun, ich darf wohl sagen – sinnlose Kriege geführt werden, die bisher überhaupt zu nichts führen, die einen Ursprung haben, bei dem man denkt: Ja, das ergibt überhaupt keinen Sinn. Aber auch der Verlauf der Dinge und wohin das alles führt – darin ist ebenfalls überhaupt kein Fortschritt zu erkennen.
Und inzwischen zeigt sich das merkwürdige Phänomen, dass die Finanzmärkte dabei sehr gut gedeihen. Wenn man also zum Beispiel Aktien hätte und sieht, dass sie steigen, dann sollte man sich doch einmal fragen, worauf das eigentlich beruht. Denn eigentlich herrscht doch großes Elend auf der Erde. Man würde erwarten, dass mit einer Ölkrise und allem, was damit zusammenhängt, die Aktien einbrechen würden. Aber das tun sie nicht – sie steigen. Und meiner Ansicht nach hat das alles doch auch ganz deutlich damit zu tun, dass es eine Kriegsindustrie gibt.
Es ist nicht nur ein Schlachtfeld, sondern es ist auch eine Industrie, die dabei gedeiht. Und es tut doch unglaublich weh, wenn man immer wieder hören muss, dass die Niederlande wieder so und so viele Milliarden für die Waffenproduktion ausgeben. Wenn man bedenkt, dass jede Waffe in dieser Produktion dazu bestimmt ist, Menschen zu töten, dann ist das doch ein unerträglicher Gedanke.
Wie soll ein Planet, der lebt, es akzeptieren, dass sich auf ihm, auf diesem Planeten, Bewohner befinden, die mit diesem Planeten zu tun haben und die so handeln?
Vor einigen Jahren stieß ich auf eine bestimmte Reihe von Büchern über die Persönlichkeit von Kees Boeke, einem Niederländer, der vor allem vor dem Zweiten Weltkrieg, aber auch noch danach, sehr bekannt war. Und das Interessante an diesem Mann finde ich vor allem, dass er im Bezahlen von Steuern ganz konsequent dachte.
Er war Pazifist und war der Meinung, dass er, wenn er Steuern bezahlen würde, damit auch das Kriegsgerät unterstützen würde. Nun will ich niemandem raten, keine Steuern zu bezahlen – hören Sie das gut –, aber es ist doch ein sehr interessantes Beispiel. Denn dieser Mann hat das zusammen mit seiner Frau wirklich bis zum Äußersten durchgeführt, sodass er immer wieder wegen Nichtbezahlens der Steuern im Gefängnis landete und erleben musste, dass auf seinen gesamten Besitz Beschlag gelegt wurde, zum Beispiel auch auf seinen Flügel. Er war ein begeisterter Musiker, ein Bach-Liebhaber, aber auch ein Lehrer. Doch all das nahm er in Kauf, weil der Gedanke, dass sein Steuergeld dazu beitragen würde, die Waffenproduktion aufrechtzuerhalten, für ihn unerträglich war.
Ich finde, das ist ein großes Vorbild. Er ging auch auf die Straße, um mehr oder weniger zu predigen. Dabei wurde er jedes Mal wieder festgenommen und erneut ins Gefängnis gebracht. Man bekommt dabei ein liebevolles Lächeln, wenn jemand in seinem Leben so unglaublich weit geht.
Nun, noch einmal: Ich möchte niemanden dazu bewegen, keine Steuern zu bezahlen, wohl aber dazu, sich solche Gedanken einmal zu machen. Was tun wir als Menschheit eigentlich noch auf dieser Erde? Das ist doch die sehr große Frage. War es ursprünglich vielleicht nicht die Absicht, dass der Mensch eine moralische Entwicklung durchmachen sollte?
Und dann gibt es vielleicht hier und da jemanden, der das konsequent tut, wie dieser Kees Boeke. Aber im Ganzen, im großen Ganzen, tritt nun wirklich nicht hervor, dass die Menschheit im Allgemeinen damit beschäftigt ist, sich moralisch zu entwickeln.
Wissenschaftlich, intellektuell einigermaßen, politisch vielleicht, obwohl ich das eigentlich ebenfalls eher als einen Niedergang empfinde. Die Technik nimmt natürlich gewaltige Formen an; dort ist die Entwicklung deutlich. Aber was tut der Mensch eigentlich noch für das, was im Menschen als Möglichkeit wie ein Feuer glimmt? Nämlich: Was tut der Mensch für das Feuer der Liebe? Nicht das Feuer der Kanonen, sondern das, was wir untereinander an Wertschätzung und Freude erleben könnten.
Schauen Sie, und damit will ich überhaupt nicht sagen, dass man zu einem Jasager für alles werden müsse, was andere Menschen tun. Das ist etwas ganz anderes.
Es ist überhaupt nicht so, dass man sagen müsste: Nun ja, man darf auch keine Kritik an dem haben, was andere Menschen tun, denn das wäre gegen die Liebe. Nein, damit bin ich überhaupt nicht einverstanden. Aber dass man wirklich von bestimmten politischen oder wirtschaftlichen Standpunkten oder globalen Prinzipien aus dazu kommen könnte, Geld für Waffen auszugeben, von denen man weiß, dass sie zerstörerisch sind – das ist doch wirklich eine Schande.
Und ich höre natürlich sofort den Kommentar: Ja, aber die Bedrohung, und wir müssen doch bewaffnet sein, und so weiter und so weiter.
Es gab ein schönes kurzes Fragment von Maarten van Rossem, der darauf hinwies, wie viele nukleare Waffen in der Zeit des Kalten Krieges produziert worden sind, die – so Gott will – nicht benutzt werden. Aber wie viel ist dafür nicht verschwendet worden? Und was tun wir jetzt? Worauf beruht das alles? Das sind doch Fragen, die man sich immer wieder stellt.
Und ich höre natürlich auch schon wieder in den Kommentaren alle Auffassungen darüber, nun ja, wie soll ich sagen, welche großen Agenden entworfen worden sind und verfolgt werden.
Das sehe ich natürlich auch, aber ich möchte die Frage einfach anders stellen. Ich möchte die Frage nicht danach stellen, welche Verschwörungen ausgeführt werden, sondern ich möchte die Frage stellen, wie man als Mensch in dieser Welt seine moralische Entwicklung fortsetzen kann und nicht auf diesem großen Schlachtfeld der Waffenindustrie zu Fall kommt.
Das wollte ich bei dieser Hitze gerne gesagt haben, denn ich denke, dass es deshalb auf der Erde so unerträglich heiß wird.



