Nun habe ich das letzte Mal über ein erstes Szenario gesprochen und ein Stück aus einem Vortrag von Rudolf Steiner vorgelesen, worin er betont, dass, wenn die Menschen die äußeren Ereignisse rein äußerlich verfolgen und auch mit dem Verstand äußerlich kombinieren, es kein Ende geben wird an dem Chaos und den Kriegen in der Welt. Und dass es notwendig ist, dass die Menschheit, wir, so weit kommen, dass wir eine Fähigkeit entwickeln, nicht nur bei dem stehen zu bleiben, was die Sinne und der Verstand uns zu bieten haben, sondern dass wir ein Vermögen entwickeln, das Geistige darin gewahr zu werden. Nun ist das natürlich etwas – ich nehme an, dass die meisten Menschen, die diese Videos anschauen, anhören, das geistige Aspekt wohl schon angenommen haben, dass es nicht ein Glauben, sondern ein Wissen gibt, dass man in einer Welt lebt und dass man als Mensch ein Mensch ist, der nicht so ist, wie die Sinne und der Verstand allein es zeigen, sondern dass es eine geistige Realität gibt, die sich darin offenbart.
Ich nehme an, dass die meisten Menschen, die diese Videos betrachten, wohl davon überzeugt sind, aber ein sehr großer Teil der Menschheit ist davon natürlich überhaupt nicht überzeugt und verspottet es auch, oder wird, und das ist, denke ich, das Allerwichtigste, davon ängstlich. Denn es ist natürlich so, dass das Geistige etwas Unsichtbares ist und es wird mehr oder weniger auch zu Recht mit dem Sterben assoziiert. Der Geist, er wird natürlich auch assoziiert mit allerlei hässlichen Geistern, mit Geistererscheinungen, mit Spuk sozusagen, mit Spiritismus, lauter Äußerungen einer geistigen Existenz, vor denen man Angst haben kann. Und das ist natürlich überhaupt nicht, worum es hier geht, wenn Rudolf Steiner vom Geist spricht. Diese Dinge sind eher Materialisierungen des Geistesdaseins und haben eigentlich gar nichts mit dem Geist zu tun.
Der Geist ist die geistige Ordnung, die in allen Erscheinungen wirksam ist. Und wenn man einem Menschen begegnet, dann hat man natürlich von Natur aus die Neigung zu sehen, wie er oder sie aussieht, auf die Stimme zu hören, auf die Emotionen zu hören, die man auch selbst hat. So weit geht die Wahrnehmung, und ja, dass man dann dabei stehen bleiben würde, dass da eine geistige Individualität wirksam ist, die durch viele Inkarnationen hindurchgegangen ist und nun an diesem Punkt einem gegenübersteht? Ja, das kann man dann vielleicht noch denken, das ist dann meistens im Nachhinein, dass man das denkt, aber dass man dies auch wirklich gewahr wird, ist natürlich doch noch etwas anderes. Und das spielt uns natürlich schon Streiche, auch dass die große Welt mit dem Geist eigentlich nichts zu tun haben will.
Und ja, dann kann man sagen: da spielt die Angst die Hauptrolle, das ist auch so, aber das nimmt dann nicht weg, dass wir dann wohl in einer Situation sitzen, in der die Angst regiert. Denn die Menschen wollen nicht daran denken, dass da ein unsichtbarer Regent, eine Regie, eine Ordnung wirksam ist, die sich im Dasein auf Erden ausdrückt, und der der Mensch sich entweder einfügt, aber der er sich auch widersetzen kann. Und er kann in dieser Ordnung, aus der Freiheit heraus, die wir haben, auch wirklich versuchen, da Chaos hineinzubringen. Weiter ist es natürlich so, dass die öffentliche Meinung so gestimmt ist, dass, wenn man mit dem Denken nach tieferen Prozessen sucht in dem, was man mit Augen und Ohren sieht und mit dem Verstand denkt, dass man dann schon bald als Verschwörungstheoretiker abgestempelt wird.
Und vorläufig ist das noch einigermaßen spöttisch; dann ist man eine bemitleidenswerte Figur, aber da steckt natürlich schon eine Tendenz darin, das allmählich umzuwandeln in etwas Verbrecherisches. Dass, wenn man als Mensch nicht allein bei Sinn und Verstand stehen bleibt, und dann vor allem am liebsten so, wie das manipuliert wird – dann bin ich schon wieder ein Verschwörungstheoretiker – wenn man da nicht stehen bleibt und etwas weitergeht, und man sucht nach Prozessen, die in dem Sinnlichen mit dem Verstand begriffen als treibende, als antreibende Kraft vorhanden sind, dann wird man also allmählich, und das werden wir hoffentlich in Zukunft nicht, aber es sieht wohl so aus, dass es in diese Richtung geht, wird man als gefährliche Person angesehen.
Man darf also eigentlich nicht nach tieferliegenden Prozessen suchen, die nicht ohne Weiteres so sichtbar sind, und was sichtbar ist, wird natürlich von den Medien ergriffen, um zu manipulieren, sodass wir als Bürger, als Zeitungsleser, als Menschen, die ja eigentlich Opfer dieser Medien sind, dass wir allmählich eine bestimmte Art von Urteil in uns bilden. Und es wird natürlich sehr viel Mühe getan von anderen Seiten, um dem entgegenzutreten, aber ob das dann auch wirklich das Durchdringen zum geistigen Dasein ist, das muss man sich dann auch immer noch fragen. Also es ist nicht so einfach. Man kann natürlich sagen: ja, wir müssen also die geistige Realität im Erdendasein annehmen lernen und gewahr werden lernen. Dann hat man das gesagt, man hat es gelesen, man weiß es, das ist dann, wie ich gesagt habe, das erste Szenario.
Aber was hat man an so einem Szenario, wenn man nicht anschließend auch Tatkraft hinzufügt? Und dann meine ich nicht Tatkraft im Sinne davon, dass man auf die Straße geht, um es zu verkünden, sondern ich meine Tatkraft, dass man es auch wirklich zu verwirklichen versucht, sonst hat man natürlich an all diesen schönen Worten nichts. Und ich weiß natürlich gleichzeitig, dass das wirklich nicht einfach ist, das zu verwirklichen, aber man kann wohl in allen Wahrnehmungen, die zum Beispiel von den Medien auf einen zukommen, ein extra Sinnesorgan entwickeln, um darin etwas zu sehen, etwas gewahr zu werden, das weitergeht als das, was man so 1 2 3 daraus aufnimmt und das auch weitergeht als das, was man aus allen Nachrichtenmedien zu hören bekommt.
Ich habe das in der Zeit der Coronakrise, so nenne ich es dann eben, denn das war es natürlich, jedenfalls, habe ich das sehr stark gemerkt. Dass, wenn man sorgfältig alle Informationen verfolgt, dass man dann von Schritt zu Schritt eigentlich den Faden verliert. Es gibt keinen Faden zwischen dem einen und dem anderen Schritt. Man hört dies, und eine Folge wäre eine Anzahl von Möglichkeiten. Dann kommt der nächste Schritt und der passt nicht in diese Anzahl von Möglichkeiten; es ist total etwas anderes, es hat keine Grundlage und man möchte dann gerne wissen: wie kommt dies nun plötzlich, woher kommt das? Nicht aufzuspüren. Und wenn man diese Wahrnehmungen hat, dann ist eine gewisse Wachsamkeit geboren. Das geschah nun in der letzten Zeit auch auf der Weltbühne.
Wir haben in Amerika einen interessanten Präsidenten, der gewisse Dinge wirklich zu wollen scheint, aber der natürlich doch mit anderen „Wollen“ zu tun bekommt, die etwas anderes wollen als er. Und also merken muss, dass das nicht einfach so geht. Wenn man dann zum Beispiel denkt an jene legendäre Begegnung von Selensky und Trump im Oval Office im Frühjahr, Februar war es, glaube ich, dann war dort eigentlich der große Punkt, worüber man stritt, das war die mehr oder weniger Forderung von Selensky, Sicherheitsgarantien zu bekommen. Das war eigentlich nicht an der Tagesordnung; das war ganz deutlich. Ich habe das damals auch in einem Video gesagt: darüber hätte er nicht anfangen sollen. Das war eigentlich, wodurch es völlig schiefging.
Nun, lassen Sie mich sagen, anschließend kommt eine sehr lange Zeit Hin- und Hergerede und -telefonieren und Gezänk von allen Seiten über Waffenstillstand. Es ist deutlich, dass das von Russland nicht gewollt wird, diese Sicherheitsgarantien auch nicht. Also kommt da kein Fortschritt hinein. An einem bestimmten Moment sagt Trump dann: dann muss ich doch Sanktionen auferlegen. Aber in dem Moment, in dem diese Frist verstrichen ist und er also diese Sanktionen auferlegen würde, kommt plötzlich die Nachricht, dass es ein Spitzentreffen in Alaska geben wird zwischen Trump und Putin. Ja, wenn einen das nicht überrascht, dann weiß ich auch nicht mehr, was einen dann wohl überraschen würde. Und natürlich gibt es da sehr viele Theorien darüber, es kommt hiervon, und es kommt davon, und es ist dies, und es ist das.
Aber davon will ich absehen; ich will gerne das wunderliche Schauspiel auf mich wirken lassen, dass etwas, was überhaupt nicht an der Tagesordnung war, plötzlich geschieht. Dann denkt man: na ja gut, es wird wohl ein mehr oder weniger künstliches Ganzes werden, denn Trump will wohl, aber Putin scheint nicht zu wollen. Aber er kommt doch. Zeit gewinnen? Man kann allerlei Dinge denken, aber das Merkwürdige ist, dass dieser Gipfel beendet wird und dass anschließend nur noch die Sicherheitsgarantien Thema sind. Nicht mehr über Waffenstillstand, das ist plötzlich nicht mehr, während während des Gipfels oder kurz bevor er begann Trump noch zu einem Reporter sagte: Ja, ich hoffe, dass das zustande kommt, der Waffenstillstand. Und wenn nicht, dann finde ich, werde ich das nicht schön finden.
Aber anschließend kommt es nicht und wird es auch nicht mehr ein Gesprächsthema, sondern werden es die Sicherheitsgarantien, die Gesprächsthema werden. Das sollte einen doch verwundern. Und dann die Tatsache, dass das so geht, macht, dass man nichts mehr davon versteht. Und dass man nichts mehr davon versteht, das weist darauf hin, dass ein Prozess im Gange ist, den wir nicht zu hören bekommen, wovon wir keine Ahnung haben. Dann treten die europäischen Führer auf, denn die müssen dabei sein. Und natürlich muss Selensky auch dabei sein. Also gehen sie alle zusammen nach Amerika, zum Präsidenten. Und nun komme ich auf den Punkt, den ich eigentlich sagen will: Es gab ein Foto zu einem bestimmten Zeitpunkt, wo man sieht, dass Selensky und Trump vorneweg gehen und die europäischen Führer in einer Schlange sozusagen dahinter.
So ein merkwürdiges Bild. Natürlich, es ist einfach so, so ging es, kann man sagen. Aber für mich sah es aus wie der Rattenfänger von Hameln. Da ist jemand, der ein ganzes Rudel Wesen hinter sich herlockt mit Flötenspiel. Und ja, zuerst sind es die Ratten. Dann wird er nicht bedankt, dieser Rattenfänger. Dann ist er böse, und dann kommt er zurück. Und dann sind es die Kinder, die mitgelockt werden. Machen Sie damit, was Sie wollen. Ganz erfassen tue ich es auch nicht, aber so sieht es doch aus. Also da ist etwas, das wir nicht zu hören bekommen, was sich hinter den Erscheinungen, die wir sehen, abspielt. Und wie das der Fall ist, so muss man sich auch vorstellen, dass dahinter noch eine geistige Realität ist, die in Wahrheit den Dienst ausmacht.
Wir können Verwirrung stiften, und wir können dem Geist dienstbar sein, und wir können ein Rad in die Speichen stecken. Aber letztlich haben wir das Sagen natürlich nicht. Und diese Prozesse, die hinter der Realität liegen, die man sieht, und sogar noch hinter dem, was man dahinter vermutet, obwohl man es nicht verstehen kann, darauf müssen wir unser Bewusstsein lernen zu richten. Das spielt sich natürlich teilweise noch im Gebiet der Verschwörungen ab. Man kann sich vorstellen, man kann ein Szenario schreiben, aber ohne Tatkraft kommt dieses Szenario natürlich nie. Also kann man sich vorstellen, wenn man ein Szenario bedenkt, dass das gut wäre und dass man da so und so handeln müsste, dann muss man wohl dafür sorgen, dass man dann auch dafür bereit ist und dass man es auch so organisiert, dass es auch so geht, wie dieses Szenario es vorschreibt.
Das gilt natürlich für das erste Szenario, nämlich dass man das Geistige in den Weltprozessen zu fassen versucht, und Sie sehen wohl, ich kann das überhaupt nicht exakt beschreiben, und doch ist es so, dass man in dem, was ich jetzt beschrieben habe, durchaus die Wirkung von bestimmten Denkprozessen fühlt, die darin wirksam sind, wodurch es so getan wird, wie es getan wird. Und das ist keine Verschwörung, das kann zum Beispiel sehr gut sein, dass es etwas Persönliches ist. Die Zeitungen sind voll davon: Trump will den Friedensnobelpreis und darum tut er das alles. Na ja, wenn es ihm gelingt, ist es schön, dass er so einen Impuls hat, auch wenn er noch so egoistisch ist. Man kann allerlei an Geistesimpulsen, an Seelenimpulsen meinen zu sehen, aber es hat natürlich in Wahrheit vor allem mit der Unnachvollziehbarkeit der Ereignisse zu tun. Dass die Dinge so anders plötzlich sind als sie immer gewesen sind, dass man darin fühlt, was los ist, auch wenn man es nicht genau mit Worten ausdrücken kann. Und so kann man sich vorstellen, dass es in der Welt bestimmte Gruppierungen gibt, die etwas für notwendig halten, die etwas wollen und die, um das durchzusetzen, bestimmte Szenarien schreiben, die dann aber auch mit Tatkraft erfüllen können, sodass es auch geschieht, was sie, oder zumindest versucht wird, dass es geschieht. Nun, was ich nun eigentlich nur sagen will, und ich habe da sehr viele Worte an gewandt, ist, dass welches Szenario man auch schreibt, das hat natürlich überhaupt keinen Sinn, wenn man es nicht verwirklichen will.
Und dieses erste Szenario, nämlich dass alle folgenden Szenarien eigentlich keinen Sinn haben, wenn man nicht dieses erste Szenario ernst nimmt, nämlich: sieh in den Weltereignissen mehr als das, was die Sinne und der Verstand dir bieten, und beginne wenigstens damit, dir bewusst zu sein, dass das so ist. Dass man es dann noch nicht fasst oder dass man es nicht gewahr wird, das ist ein nächster Schritt. Das kann man auch nicht erzwingen. Aber das Bewusstsein, dass in dem, was uns dargeboten wird an sinnlichen Eindrücken und an verstandesmäßigen Überlegungen, dass das nicht alles ist, dass man weitersehen muss und wenigstens weiter vermuten muss. Das ist in Wahrheit das erste Szenario und das kann man üben. Man kann mit großer Aufmerksamkeit die Ereignisse verfolgen, wobei man ein Vertrauen haben kann, dass auch wenn man nicht so viel Zeitung liest oder Videos anschaut oder was auch immer, dass man doch genau das vor Augen bekommt, was man nötig hat. Wenn man das aufmerksam verfolgt, dann ist es von Bedeutung, dass man die Kontinuität darin gewahr wird. Und die wird man fast nie gewahr; das ist fast immer fragmentarisch, was einem dargeboten wird. Und darin, in diesem Mangel an Kontinuität, da liegt das Tor zum Gewahrwerden der geistigen Wirksamkeit in den Ereignissen. Das ist, was ich heute aussprechen wollte.



