Heute ist der vierte Sonntag im Advent, und ich möchte versuchen, etwas über den Advent und über Weihnachten zu sagen, und auch über die Zeit direkt danach. Ich habe nachgeschaut, was ich vor einem Jahr aufgenommen hatte. Im Grunde könnte man sagen: Man kann es auch wiederholen. Denn es geschieht genau dasselbe wie im vergangenen Jahr. Dieses Video trug damals den Titel Weihnachten, Frieden auf Erden. Und das war als Gegenpol zu der Botschaft gedacht, die wir erhalten hatten, dass wir uns auf einen Krieg vorbereiten müssten und dass wir allerlei Maßnahmen ergreifen sollten, um gut darauf vorbereitet zu sein. Innerhalb von vier oder fünf Jahren wäre es so weit. Und außerdem müsse der Beitrag für die Verteidigung natürlich erhöht werden. Das war im Grunde die Botschaft.
Ich war damals wirklich zutiefst erstaunt, dass das nun unbedingt vor Weihnachten gesagt werden musste. Nun ist ein Jahr vergangen. Und siehe da, wir erhalten eine ähnliche Botschaft von demselben Mann in derselben Funktion, der uns erneut – ich weiß nicht, was die Triebfeder ist, aber jedenfalls jagt er uns Angst ein –, indem er sagt, Europa sei das nächste Ziel Russlands. Das müssen wir dann doch wieder irgendwie einordnen. Man ist natürlich schnell damit fertig, wenn man sagt: Na ja, letztlich stimmt das alles nicht. Das tun wir natürlich auch, aber es ist gesagt worden! Und es ist wieder im Advent gesagt worden, wieder auf Weihnachten zugehend.
Was ich interessant fand – ich schaue und höre mir gelegentlich noch immer gern Maarten van Rossem an. Nicht, weil ich seine Auffassungen teile, sondern weil ich die Art und Weise teile, wie er diese Auffassungen vorträgt. Das finde ich so erfrischend. Es spielt dann eigentlich keine Rolle, was er sagt, sondern wie er es sagt. Und dieser Mann, von dem ich nun wirklich nicht glaube, dass er ein Verschwörungstheoretiker ist, sagte in einem Nebensatz in seiner Reaktion auf diese Botschaft über das nächste Ziel Russlands: Ja, es könne natürlich auch alles organisiert sein, dass das so gesagt werde. Das sagt eigentlich nur ein Verschwörungstheoretiker, der sich fragt: Warum wird uns das nun wieder so kurz vor Weihnachten eigentlich als Weihnachtsbotschaft überbracht? Dabei wollte ich es belassen. Ich denke, jeder findet darin schon seinen eigenen Standpunkt. Aber es ist doch auffällig: Ich sah also, dass es im vergangenen Jahr genau dasselbe war.
Was ich heute sagen wollte, ist, dass sehr viele Menschen darüber klagen, dass sich keine Weihnachtsstimmung mehr einstellen lässt. Das höre ich nun schon seit Jahren. Und ja, ganz unbekannt ist mir das selbst auch nicht. Wenn man an seine jungen Jahre denkt, in denen wir aus unserem Hintergrund heraus noch zur Mitternachtsmesse gingen, und man in der Weihnachtsnacht – oft nach einem üppigen Abendessen – zur heiligen Messe ging. Man ging dann durch die Nacht zur Kirche und auch später, wenn man wieder aus der Kirche kam und nach Hause zurückging, dann war diese Nacht vielleicht noch eindrucksvoller als die heilige Messe selbst!
Von dieser Nacht ging etwas aus, das man ansonsten eigentlich vor allem in Geschichten über Weihnachten liest oder hört. Wie zum Beispiel in Marias kleiner Esel. Das ist so ein Büchlein mit wunderschönen Geschichten für Kinder, in dem diese verzauberte Stimmung auf alle möglichen Weisen beschrieben wird. Und das konnte man selbst wirklich erleben. Das ist nun allerdings sehr schwierig geworden. Aber das hat natürlich auch damit zu tun, dass der Glaube an das Weihnachtsfest nicht mehr so allgegenwärtig ist, um es vorsichtig auszudrücken. Und dass die Menschen aus dem einen oder anderen Grund dennoch Weihnachten feiern wollen, sogar mit sehr viel Aufwand, aber dass das, dessen man eigentlich gedenkt, dabei so gut wie vergessen wird.
Und wenn man dann mit seiner Familie oder mit seinen Freunden ein schönes Beisammensein hat, dann ist in dieser gemeinsamen Mahlzeit doch immer noch das enthalten, was es ursprünglich war. Nämlich ein Fest, bei dem gefeiert wurde, dass ein Kind geboren wurde, das sich eine ganz besondere Aufgabe gestellt hatte und das eine so starke Wirkung entfaltet hat, dass daraus eine religiöse Strömung hervorgegangen ist, die bis in die heutige Zeit hinein noch prominent präsent ist. Das war eigentlich doch das Weihnachtsfest: die Geburt Jesu.
Und darum herum haben wir die Hirten auf dem Feld, die unter einem Sternenhimmel die Verkündigung erhalten, dass dieses Kind geboren ist. Da erlebt man, was Sterne sind. Auch wenn man sie heute, wenn man in den Nachthimmel schaut, vielleicht selbst nicht mehr erlebt, ist darin doch noch spürbar, was der Sternenhimmel eigentlich ist. Und natürlich auf der anderen Seite die drei Könige, die sogar von einem Stern auf ihrem Weg geführt werden. Diese Verzauberung, diese Heiligkeit, die von diesen Bildern ausgeht, können wir eigentlich nicht entbehren.
Und wenn man sich dann vertieft in das, was die Weihnachtszeit eigentlich ist, dann stößt man auf das Prinzip der dreizehn Heiligen Nächte. Das ist etwas, wovon ich in meiner Jugend nie gehört habe. Ich habe das eigentlich erst kennengelernt, als ich die Anthroposophie kennenlernte. Und wenn man sich darin vertieft, dann zeigt sich, dass es sich um einen uralten Begriff handelt, aber aus einer ganz anderen Ordnung als in der Zeit nach Christus.
Wenn wir die Monate betrachten, dann haben wir einmal 30 Tage, dann 31 Tage und einmal 28 Tage, manchmal 29. Und das zusammen ergibt 365 Tage. In früheren Zeiten jedoch wurden die Monate tatsächlich noch an den Stand des Mondes gekoppelt, und ein Monat war also mehr oder weniger 14 Tage zunehmend und 14 Tage abnehmend, also 28 Tage. Und wenn man das zwölfmal hat, dann bleiben Tage übrig. Dann hat man zwölf Tage zu viel, man hat dreizehn Nächte übrig. Und diese wurden am Ende des Jahres als die Tage und Nächte angesehen, in denen sich der gute Geist gewissermaßen zurückzog und eine starke Wirkung des Bösen herrschte. Dafür gab es Rituale, mit deren Hilfe die Menschen den bösen Geist von sich fernzuhalten wussten. Es war also eigentlich die dunkelste Zeit des Jahres.
Ja, das ist doch eine unglaublich interessante Gegebenheit: Wenn man den Mond als Richtschnur für die Monate nimmt, dann fehlen tatsächlich zwölf Tage und dreizehn Nächte. Nun ist es – aus meiner Sicht – der Anthroposophie zu verdanken, dass man in den zwölf Heiligen Tagen und dreizehn Heiligen Nächten etwas ganz anderes erleben darf. Und zwar, dass man in dieser Zeit gerade das Kommen des Lichts auf die Erde erleben darf. Dort, wo die Dunkelheit am tiefsten ist – und das ist ja auch in der Natur so: Heute haben wir den kürzesten Tag, und es dauert noch eine Weile, bis wir merken, dass die Tage wieder länger geworden sind –, also in dieser tiefsten Dunkelheit der Natur scheint ein unsichtbares Licht, das gerade in dieser Zeit der tiefsten Dunkelheit geboren ist.
Sollte uns das nicht ansprechen? Allein schon der Gedanke, dass es so ist, dass, wenn die Not am größten ist, die Rettung wirklich nahe ist? Wenn wir an der Dunkelheit verzweifeln, die in unserer Zeit herrscht, dann darf man in dieser Dunkelheit doch fühlen, dass gerade durch diese tiefe Dunkelheit das Licht scheint. Und das ist der Begriff oder das Prinzip der zwölf Heiligen Tage und dreizehn Heiligen Nächte. In einer Zeit also, in der man sagen könnte, dass die irdische Kraft am stärksten ist und der Geist am wenigsten lichtvoll darin wirken kann, wird gerade in dieser Zeit das Kind geboren, das das Licht der Welt ist.
Aus der Anthroposophie habe ich dann übernommen, dass es möglich ist, in den dreizehn Heiligen Nächten täglich eine Meditation zu machen, die wechselt. Eine Meditation über zwölf Prinzipien, die man am Heiligabend beginnt und die man am 5. Januar beendet, wobei dann die dreizehnte Nacht ein Rückblick sein darf. Auf diese Weise bereitet man sich geistig auf das neue Jahr vor.
Ein Beispiel: Es gibt genügend Zwölfergliederungen, die man betrachten kann, um darüber zu meditieren. So gibt es etwa eine Liste von zwölf Monats-Tugenden, die ursprünglich von Blavatsky stammen und die Rudolf Steiner in seinen Hinweisen für eine esoterische Schulung aufgreift und weitergibt. Diese gibt es zum Beispiel. Aber man hat auch die zwölf Aufforderungen aus der Bergpredigt. Und so gibt es sehr viele Möglichkeiten, etwas auszuwählen, worin eine Art Entwicklung enthalten ist, die man in diesen zwölf, dreizehn Nächten meditiert, wodurch das kommende Jahr wirklich geheiligt wird.
Diese Kraft, die in den dreizehn Heiligen Nächten liegt, kann man lernen zu fühlen, und man kann sie dann auch wieder im Weihnachtsfest fühlen. Aber man muss etwas dafür tun. Es ist nicht mehr so, dass man, wenn man einen Weihnachtsbaum mit Kerzen hat und ihn schön findet und ihn genießt, allein dadurch, dass dieser Weihnachtsbaum das Weihnachtsessen erleuchtet, in eine Weihnachtsstimmung kommt. Auch der Gang in die Kirche hat diese Wirkung nicht mehr. Wir müssen in unserer modernen Zeit selbst aktiv werden.
Und man kann doch selbst jeden Abend ab Heiligabend einen Versuch machen, sein Gemüt zu vertiefen. Und gehen Sie dann auch nach draußen, auch wenn es bewölkt ist und Sie die Sterne nicht sehen! Wenn man den Versuch macht, in dieser dunklen Nacht zu fühlen, zu erleben, was dort ist, dann wird man es lernen. Zunächst kann man es nicht. Aber man wird lernen, jene Heilige Stille wahrzunehmen, die nur in dieser Zeit erlebbar ist.
Das ist es, was ich zu Weihnachten sagen wollte. Ich wünsche allen ein gesegnetes Weihnachtsfest! Und ein darauf folgendes, geistdurchdrungenes Jahr 2026!



