Der Papst und Franziskus

Am Ostermontag starb der Papst. Ich fand es eine interessante Bemerkung von Putin, der sagte: Ich weiß nicht, wie das bei den Katholiken ist, aber bei uns ist es so, dass, wenn jemand an Ostern stirbt, das ein Zeichen ist, dass es ein bedeutendes Leben gewesen ist. Ich musste da an Toon Hermans denken, der am Karfreitag gestorben ist. Das wird zweifellos auch ein Zeichen sein. Ich wollte also dieses Video widmen an, ja ich will nicht sagen den Papst, aber an das, was durch seinen Tod doch auch aufgerufen wird. Denn es ist natürlich doch, wie man es auch betrachtet, der Tod eines Weltführers. Und das gab mir Anlass, mich noch einmal zu besinnen auf: Wie steht man eigentlich dazu, zum Dasein und zur Bedeutung des Papstes.

Das Rosenkreuz

‘Schon sieht er dicht sich vor dem stillen Orte, der seinen Geist mit Ruh und Hoffnung füllt. Und auf dem Bogen der geschlossenen Pforte erblickt er ein geheimnisvolles Bild. Er steht und sinnt und lispelt leise Worte der Andacht, die in seinem Herzen quillt. Er steht und sinnt. Was hat das zu bedeuten? Die Sonne singt und es verklingt das Läuten. Das Zeichen sieht er prächtig aufgerichtet, das aller Welt zu Trost und Hoffnung steht, zu dem viel tausend Geister sich verpflichtet, zu dem viel tausend Herzen warm gefleht, das die Gewalt des bittern Tods vernichtet, das in so mancher Siegesfahne weht. Ein Labequell durchdringt die matten Glieder. Er sieht das Kreuz und schlägt die Augen nieder. Er fühlt neu, was dort für Heil entsprungen. Den Glauben fühlt er einer halben Welt. Doch von ganz neuem Sinn wird er durchdrungen, wie sich das Bild ihm hier vor Augen stellt. Es steht das Kreuz mit Rosen dicht umschlungen. Wer hat dem Kreuze Rosen zugesellt?’

Karfreitag und Ostern

Ist es nicht bemerkenswert, dass das Osterfest – und damit natürlich auch Himmelfahrt und Pfingsten – noch immer in Verbindung mit dem Kosmos festgelegt wird? Das ist doch für den abstrakten Verstand etwas ganz Besonderes. Dass nicht längst gesagt wurde: Nun ja, wir machen es wie Weihnachten. Ostern war als Ur-Ostern am Wochenende des 5. April. Also legen wir es einfach dort fest und feiern es jedes Jahr so. Nein, es wird auf die kosmischen Erscheinungen Rücksicht genommen. Nämlich: Ostern fällt auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach dem Frühlingspunkt. Und das bedeutet – daran sind wir natürlich gewöhnt –, dass wir nicht sagen können: Ostern ist immer am Wochenende des 5. April. Dann müsste man vielleicht auch sagen: Wir nehmen nicht das Wochenende, sondern legen die Daten fest.

Rudolf Steiner, der Eingeweihte

Jetzt ist es mehr als eine Woche nach dem hundertsten Todestag von Rudolf Steiner.Und was mir aufgefallen ist, ich habe nicht so viel angeschaut, aber man schaut, denke ich, an, was man anschauen soll. Was mir aufgefallen ist, das ist, dass es eine Tendenz gibt – und diese Tendenz kannte ich natürlich schon, aber es wurde jetzt wiederum sehr deutlich – dass es eine Tendenz gibt, um Rudolf Steiner als eine geniale Person anzuschauen. Als jemand, der im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts viel Neues gebracht hat, viel Wertvolles auch, dass er wirklich unglaublich talentiert war. Aber, ja, nicht ein Eingeweihter aufgrund einer heiligen Seele. Das habe ich eigentlich nicht so wahrgenommen, dass man das repräsentieren will. Man will einen Rudolf Steiner haben, den man so kritisieren kann, wie man alle großen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und Philosophen und Künstler kritisieren kann.

Politische Demenz

Ja, wir kommen natürlich doch nicht darum herum, über Politik zu sprechen. Obwohl ich mich eigentlich nicht so sehr dafür interessiere, aber man muss eben. Ich habe Politik immer als ein außerordentlich schwieriges Feld empfunden, das habe ich schon einmal gesagt. Weil man es mit Extremen zu tun hat, und selbst wenn man eine Mitte-Partei hat, dann ist die an sich auch immer noch extrem. Und man kann eigentlich keine Partei finden – zumindest ich nicht – von der man sagt: Ja, die vertritt wirklich zum größten Teil das, was ich auch denke. Wahrscheinlich geht es jedem so, und die Menschen denken natürlich auch sehr unterschiedlich. 

Aber es wird in unserer Zeit sehr schwer gemacht, die Politik noch ernst zu nehmen. Ich erinnere mich an die Zeit von Van Agt und Den Uyl. 

Krieg in Europa?

Vor Weihnachten hielt Rutte eine Rede, in der er sagte, dass die europäischen Länder mehr Geld für die Verteidigung ausgeben sollten, mit einer etwas beängstigenden Mitteilung, dass ein Krieg drohe. Ich glaube nicht, dass er „direkt“ gesagt hat, aber doch innerhalb einiger Jahre. Ungefähr zur gleichen Zeit oder kurz danach kamen Berichte auf, dass jeder zu Hause ein Notfallpaket haben sollte, um eine Katastrophe 72 Stunden lang zu überleben. Diese 72 Stunden erscheinen mir ziemlich willkürlich, denn wenn es wirklich eine Katastrophe gibt, dann weiß ich nicht, ob das ausreicht. Aber vielleicht hat eine Untersuchung ergeben, dass man, wenn man sich 72 Stunden lang retten kann, meistens schon gerettet ist. 

Der Lebendige Rudolf Steiner 100 Jahre nach dem Tod

Heute ist es 100 Jahre her, dass Rudolf Steiner gestorben ist und es wird wahrscheinlich viele Veranstaltungen und Gedenkaktivitäten geben. Ich will das meinige dazu beitragen, aber ich möchte etwas vorausschicken. Ungefähr 20 Jahre her, vielleicht etwas weniger, habe ich einen Film angeschaut über Rudolf Steiner, das war ein DVD. Und in diesem Film wird wahrscheinlich Mühe gemacht, um Rudolf Steiner mehr bekannt zu machen. Und darin gab es ein Bild, das mich tief beeindruckte, und das war ein Bücherschrank mit darin ein Porträt von Rudolf Steiner.

Ja, das ist natürlich etwas ganz Gewöhnliches und man kann auch nicht erwarten, dass er selbst erscheint, denn er war schon lange gestorben, aber es stand da, also sein Foto. Und das machte auf mich einen gewaltigen Eindruck, nämlich, ich fühlte plötzlich, dies stimmt gar nicht, denn hier wird Rudolf Steiner erinnert und er wird eigentlich behandelt, als ob er tot ist. Er ist damals gestorben und ja, wir haben ihn nicht mehr und wir wissen natürlich als Anthroposophen, dass er weiterlebt. Aber dieses Foto zeigte etwas anderes. Rudolf Steiner ist gestorben.

Leibliche Dreigliederung

Das vorige Mal habe ichüber die Dreigliederung des Menschen gesprochen in Leib, Seele und Geist. Und in 1917, das ist viele Jahre später, als das Buch Theosophie erschien, 1917 also hat Rudolf Steiner eine Schrift publiziert mit dem Titel Von Seelenrätseln. Und darin kommt er mit einer, ja eigentlich mehr oder weniger, bahnbrechende Einsicht. Es scheint alles ganz eine Selbstverständlichkeit zu sein, wenn man es einmal weiss. Aber man muss sich vorstellen, dass das damals in dieser Zeit, worin Rudolf Steiner lebte, gar nicht etwas war, was bekannt war. Und auch jetzt eigentlich noch nicht, nur, dass die Anthroposophen es jetzt wissen, weil Rudolf Steiner diese Einsicht gebracht hat. Und so könnte man empfinden, dass es etwas Selbstverständliches ist.

Das Intelligente Zeitalter

Es ist mir bis letzte Woche entgangen, dass es inzwischen einen neuen Titel gibt, einen neuen Begriff, für das, was zuvor der Great Reset war. Es gibt einen neuen – ja, ich denke, das ist ein Arbeitstitel – und das ist das intelligente Jahrhundert. Ich finde das einen intelligenten Titel, nur würde ich ihm eine ganz andere Bedeutung geben als die Bedeutung, die dafür üblich ist. Ich stelle mir vor, der Titel hat eine Rolle bei der Versammlung in Davos gespielt. Klaus Schwab hat ein Buch geschrieben über die vierte industrielle Revolution, und wenn man dieses Buch kennt, dann weiß man: Es geht hauptsächlich um die Digitalisierung und um die künstliche Intelligenz und darum, was das alles in diesem Jahrhundert bewirken wird. 

Die Dreigliedrige Menschenwesenheit

Wenn wir die Anthroposophie kennenlernen wollen, dann brauchen wir eine andere Art von Studieren, als was wir in der gewöhnlichen Wissenschaft tun. Denn Anthroposophie hat natürlich wirklich mit uns Menschen zu tun, auch mit der übrigen Welt. Aber der Mensch ist ein Brennpunkt, könnte man sagen. Und das bedeutet, dass wenn wir bestimmte Kenntnisse, Erkenntnisse aufnehmen, dass es nicht genügt, wenn wir sie nur wissen. Ich habe das vorige Mal über die vier gliedrige Wesenheit des Menschen besprochen. Und ich habe versucht, das so zu tun, dass es dann auch möglich wird, diese Erlebnisse nachzuvollziehen. Dass man also nicht nur liest, ah, es gibt also vier Wesensglieder, physischer Leib, Ather Leib, Astral Leib, iIh. Und da muss man es wissen. Da kann man noch etwas mehr davon wissen, aber alles bleibt wissen.